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Berliner Kitas – wie wir sie erleben

Berliner Kitas – wie wir sie erleben

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Als Mutter von zwei Kindern habe ich fünf Berliner Kitas hautnah kennengelernt. Es waren zwei staatliche darunter, eine Gemeindekita und zwei Kitas verschiedener Trägervereine, eine davon mit hohem Zuzahlungsbeitrag, eine mit kleinem Beitrag (25,00 EUR).

Unsere Erfahrungen sind gemischt und natürlich höchst subjektiv. In sechs Jahren haben wir die schönsten Erlebnisse gesammelt, waren aber auch das andere Mal enttäuscht oder sogar wütend. Ich möchte mit diesem Blog unsere Erfahrungen teilen. Vielleicht hilft es der ein oder anderen Familie, sich für eine Kita zu entscheiden.

Wir haben uns schon beim ersten gemeinsamen Kind (mein Mann hat noch drei weitere) für einen Kindergarten entschieden. Im Vorfeld hatten wir uns Tagesmütter angeguckt und wollten dann  nicht, dass unser Kind in einer uns unter Umständen eigentümlichen, familiären Umgebung ohne Kontrollmechanismen einen Großteil seines Tages verbringt. Außerdem hatten die Tagesmütter, die ich angerufen habe, höchstens  bis 15 Uhr Betreuungszeit. Heute denke ich manchmal, eine Tagesmutter wäre vielleicht doch besser gewesen. Aber wissen wir Eltern eigentlich je, was die beste Situation für unser Kind ist?

Ziemlich eindeutig haben wir uns gegen einen Kinderladen in Elterninitiative entschieden. Einen haben wir besichtigt, und es stank nach dreckigen Socken und Kinderpups. Der Erzieher erzählte uns eine halbe Stunde lang, welche Dienste wir wann zu übernehmen hätten. Ganz ehrlich: Wenn ich kochen, putzen und renovieren muss, dann kann ich mein Kind gleich zuhause lassen, denn so viel Einsatz kann ich nicht mit einer kontinuierlichen Berufstätigkeit vereinbaren. Ich bin froh, wenn ich zuhause einen Haufen Spaghetti für vier Personen nach der Arbeit hinbekomme.  Wir kommen selten dazu, privat die Batterien unserer Feuermelder zu wechseln oder eine kaputte Birne an in der Deckenbeleuchtung auszutauschen. Und das mit dem Müllrunterbringen ist auch immer so eine Sache. Da stört es mich gewaltig, wenn eine Kita erwartet, dass ich alle zwei Wochen 20 hungrige Wölfe mit Grünkernbratlingen und selbst angerührtem Jogurt verköstigen soll.

Ich finde es schon fragwürdig, wenn Erzieher einen in einer Kita ohne nennenswerte Elterninitiative beleidigt ansehen, dass man zum Geburtstag des Kindes keinen Kuchen für die Kita backt, sondern eine Wassermelone mitbringt. Ich backe nämlich nicht, und meine Kinder mögen gar keinen Kuchen.  Aber es gibt Mütter (ja, es sind eigentlich immer die Frauen!), die bei Leitung und Personal besonders hoch im Kurs stehen und bei jedem Fest den größten Kuchen backen, dauernd Ausflüge begleiten können und freiwillig drei Mal im Jahr den Kitagarten neu bepflanzen. Es ist schön, dass es Mütter mit so viel Hingabe  gibt. Ich kann und möchte das aber nicht leisten. Ich werde nie den einen Elternabend vergessen, an dem die Erzieher löblicher Weise darum baten, dass kein Kuchen mehr zu den Geburtstagen gebacken werden soll, weil die Kinder völlig übersättigt seien und alles übrig bliebe. Na, Sie hätten mal die entrüsteten Proteste von vier Back-Müttern erleben sollen: „Aber Luise wünscht sich das!“, „Aber man muss doch was Süßes mitbringen!“

Wer sich über die Thematik Elterninitiative amüsieren möchte, dem sei das Buch „Große Ärsche auf kleinen Stühlen“, unter dem Pseudonym „Benni-Mama“ erschienen, ans Herz gelegt. Eine Mutter hat es mir in der Kita meines Sohnes Julian ins Fach gelegt, weil sie weiß, dass ich an einem Buch über Kitas schreibe.

Zurück zum Modell Kita.  Ich schreibe auch von Kita, wenn ich Krippe meine. Hier lässt mich ein Gefühl seit Jahren nicht los: Egal, in welcher Kita wir umzugsbedingt waren, immer schienen Erzieher und Leitungen unter einem großen Druck zu stehen, und immer schien es offene und verdeckte Kämpfe zwischen Erziehern und Leitungen, Erziehern und Eltern, Leitern und Erziehern und Eltern untereinander zu geben. Das mag zu einem Großteil an den Arbeitsbedingungen liegen und auch an gewinnorientierten Trägern, aber das Gefühl der Dauerspannung hängt auch mit den Erwartungen der Eltern zusammen.

Ich habe für Sie auch ein paar rechtliche Informationen zusammengetragen. Achten Sie darauf, dass diese zum einen für das Land Berlin gelten und zum anderen – wie sagt der Jurist so schön? – keine Rechtsberatung ersetzen.

Mit einer Geschichte zum Thema Erwartungen möchte ich diesen Blog beginnen lassen, dem Kapitel „Keine Blume von Leonard“.

 

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