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Tag Archives: Kindergarten

Der E-Mail-Verteiler

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Mein Freund  Pièrre erzählt:

Ich habe mit meiner Lebenspartnerin drei Kinder, von denen alle nun in die Schule gehen. Ich arbeite selbstständig als Programmierer und meine Arbeitstage haben in der Regel zehn Stunden. Für die Korrespondenz mit der Kita war ich immer zuständig, da meine ebenfalls berufstätige Partnerin sich standhaft und wohl auch zu recht weigert, all die Mails zu lesen. Ich kann mir immer wieder nur an den Kopf fassen, wenn ich an all die Mails denke, die wir zu Kitazeiten bekommen haben. Leider muss ich zugeben, dass es dann mit der Schule noch schlimmer wurde. Nun kamen sogar whatsapp-Gruppen hinzu.

Ich schätze es sehr, dass grundsätzlich alle Eltern zustimmen, dass ihre Adressen – auch die E-Mail-Adressen –bekannt gegeben werden. Auch finde ich es gut, dass es einen Kitaverteiler gibt.

Nun ist es aber so, dass wir drei Kinder haben, die zeitweise in verschiedenen Einrichtungen untergebracht waren. Dort gab es dann jeweils Elternvertreter, die Anfragen von Eltern eigentlich bündeln und klären sollen. Was aber geschieht?

Man erhält pro Woche bis zu zwanzig E-Mails zu völlig belanglosen Themen, über die sich Eltern, die wohl zu viel Zeit haben, austauschen. Das beginnt damit, dass die Elternvertreterin aus der Gruppe meiner Tochter fragt, ob man nicht der Erzieherin ein  Geschenk machen möchte. Statt nun nur der Elternvertreterin zu antworten, antworten überschwängliche Eltern an den ganzen Verteiler: „Ja, wir sind dabei!“, „Ok, total super, ich schlage vor, Du kaufst…..“, „Nein, das finde ich zu kommerziell! Ich finde, die Kinder sollen etwas basteln!“ Daraufhin entspinnt sich ein nicht enden wollender Dialog zu dem Thema, ob ein gekauftes Geschenk besser als ein gebasteltes ist oder umgekehrt. Die Elternvertreterin wendet ein: „Aber die Katharina ist doch gerade erst umgezogen, da kann sie doch einen Kochtopf gebrauchen!“ Ich sitze derweil bei einem Kunden, der von jetzt auf gleich möchte, dass sein Netzwerk wieder funktioniert. Darüber korrespondiere ich per Mail mit einem Kollegen.

Ständig blinkt mein Smartphone und mit Krawumm kommt eine neue Kitamail hinein: „Wir haben Katharina doch erst zu Ostern etwas geschenkt! Warum muss das jetzt wieder sein?“ Fünf aufgeregte Frauen (ja, es sind meist die Frauen!) antworten gleich, drei später.

Herrgott, habt Ihr alle nichts zu tun?! Damit mich niemand missversteht: Ich habe gar nichts dagegen, etwas zu verschenken und hierfür ein paar Euro abzugeben. Aber es muss doch möglich sein, die Entscheidung über das Wie und Was von einer Person treffen zu lassen, ohne dass zig aufgeregte Hühner so tun, als sei das Ganze ein Staatsakt? Zwei Tage später kommt die E-Mail rein, dass Klein-Boris sein nagelneues Fußballtrikot (Bayern) in der Kita verloren (?) hat. Mehrere Mütter fühlen sich bemüßigt, an den Verteiler zu schreiben, dass ihnen das für Klein-Boris sehr leid tut. Drei schreiben, dass das Hemd nicht bei ihnen sei. Ich bin genervt und schreibe, dass Bayern eh ein Mistverein ist. Daraufhin schreibt die Mutter von Klein-Fritz, dass ich unmöglich sei und den Schmerz von Klein-Boris und seiner Familie bitte etwas ernster nehmen sollte. Ich kapituliere.

Munter geht es weiter über das Jahr verteilt mit Spendenaufrufen für Kitaerzieher, Abschiedsgeschenkauswahlplanungen, der Diskussion darüber, ob Dinkel als Reisersatz schon für Kleinkinder geeignet ist oder zu Blähungen führt, dem Aufruf an einem Trödelbasar teilzunehmen, Aufrufen zu wärmerer/leichterer Kleidung je nach Jahreszeit, den hysterischen Mails einiger Mamas, doch kranke Kinder bitte zuhause zu lassen, den Antworten voll berufstätiger Mütter, dass ihr Kind doch nur einen Schnupfen hat, der Erklärung von Klein-Hannas-Mama, dass sie sich gerade trennt und man doch bitte den Vater von Klein-Hanna nicht erwähnen möge, und, und, und.

Wie ging das nur früher? So ohne Mail und Smartphone?

Weltfrauentag 2016

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Ich bin hundemüde, es wird gezahnt, und es ist Weltfrauentag. Super. Aber jetzt wird es politisch! Uns Frauen geht es in Deutschland sehr gut, wenn wir uns mal in der Welt umsehen. Das sollte außer Frage stehen. Und wir sollten denen dankbar sein, die für unsere Rechte gekämpft haben.

Doch heute zitiere ich mit Verve meinen wunderbaren Frauenarzt, der beruflich so ziemlich alles hört, was Frauen mit Kindern in der Arbeitswelt erleben und der die wenig familienfreundliche Arbeitswelt als Teil der „Verblödung der Gesellschaft“ bezeichnet:

„Wir bilden unsere Töchter bestens aus, und dann kommen sie nicht mehr hinter dem Wickeltisch vor, weil sie entweder Männer haben, deren Arbeit eine ganz deutliche Arbeitsteilung verlangt, weil sie vor, während oder nach der Elternzeit „den goldenen Handschlag“ erhalten haben oder weil sie verdammt noch mal keine Teilzeitstelle finden!“

Akademikerinnen-Sauerbraten. Wir leben in einem Land, das alles hat, bekommen die besten Ausbildungen und sollten gemeinsam für die besten Bedingungen für unsere Familien und unser eigenes Wohl kämpfen! Die aktuelle Glücksstudie verrät: Am besten geht es Frauen mit Kindern in Teilzeitjobs und Frauen, die zuhause bleiben. Waaahnsinn! Können wir uns einfach mal darauf einigen, dass wir die Wahl haben und unsere Wahl uns glücklich machen sollte? Damit das mit dem Auswählen einfacher wird, liebe Arbeitgeber, schenkt uns mehr Teilzeitstellen im Akademikerbereich!

Denn wir leben in Deutschland  auch in einem Land, in dem eine Frau ihre Kinder und gegebenenfalls ihren Teilzeitwunsch in einer Bewerbung besser unerwähnt lassen sollte, um zu einem Gespräch eingeladen zu werden! Die wenigen Firmen, die anders denken und handeln, bekommen heute von mir einen imaginären Blumenstrauß! Ich hatte 2012 großes Glück, dass eine Internetfirma mich vom Fleck weg einstellte mit Home Office – Möglichkeit  und 33-Stunden-Woche.

Firmen wollen die eierlegende Wollmilchsau (Zitat: „Arbeitsrecht und Kartellrecht machen Sie aber auch, oder?“) und sind zu unflexibel, sich zum Beispiel einfach zwei Juristen (oder eher Juristinnen) reinzuholen, die sich eine Stelle teilen (oder 1,5 Stellen, alles ist denkbar) und mehrere Rechtsgebiete abdecken. Das würde zu mehr Zufriedenheit auf allen Seiten führen.

Um Gegenargumente im Keim zu ersticken: Ja, Mütter wollen auch Zeit mit ihren Kindern verbringen UND Karriere machen. Nein, nicht alle Mütter haben Großeltern und Babysitter greifbar. Nein, nicht alle Kitas haben bis 18 oder 19 Uhr offen. Nein, nicht alle Kinder sind immer gesund, eher im Gegenteil in den ersten zwei Jahren. Ja, Mütter wollen auch Mittagessen und am Nachmittag einen Kaffee trinken, bevor der Tag bis oft spät in die Nacht weitergeht (zahnen und so). Ja, ich kenne drei (!!!) Frauen, die mit zwei kleinen Kindern Vollzeit arbeiten. Alle mit eher flexiblen Männern. Und ja, Selbstmitleid nervt.

In meiner Umgebung sieht das so aus:

Ich kenne keine Frau mit drei Kindern, die mehr als 20 Stunden arbeitet, aber viele Frauen, die gar nicht mehr arbeiten. Ich kenne viele Frauen mit zwei Kindern, die alles ab 30 Stunden als sehr belastend empfinden, weil ihre Männer komplett unflexible Arbeitszeiten haben. Ich kenne rund 40 Frauen, die gerne wieder mehr arbeiten würden, aber keine Teilzeitstelle finden. Ich kenne viele Frauen mit einem Kind, die gut 30 bis 40 Stunden schaffen würden, hätte die Kita entsprechend offen oder könnten sie mehr Home Office machen. Ich kenne die BVG- Chefin Nikutta, die mit 46 ihr fünftes Kind bekommt und danach gleich wieder alles geben möchte. Eine Ausnahme.

Und liebe, zauberhaft süße Ronja von Rönne, ich kenne Dein Posting in der Welt zum letzten Weltfrauentag. Es lässt einen kichern, denn ich mag es, wenn man lustig  austeilen kann. Ich habe mit 23 genauso gedacht. Du wirst die Realität noch kennenlernen!

Sprachlerntagebuch und Co

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Kitas, die vom Land Berlin öffentlich finanziert werden, treten alle der QVTAG bei. Das bedeutet, dass sie ihre pädagogische Arbeit nach den Vorgaben des Berliner Bildungsprogramms entwickeln. Als Eltern werden Sie mit Begriffen wie Sprachlerntagebuch, Sprachstandsfeststellung und Statuserhebung konfrontiert. Alles halb so wild und eigentlich ein Versuch zu gewährleisten, dass Schulanfänger der deutschen Sprache mächtig sind. Wer ganz böse ist, könnte sagen, es handelt sich um eine Schnüffelvereinbarung, denn die Kita übermittelt in anonymisierter Form den Status der Spracherhebung an die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Ich bin an dieser Stelle manchmal ein bisschen arrogant und wage zu behaupten, dass leider manche Erzieherinnen und Erzieher selbst nicht besonders gut sprechen, so bildete Kind 1 nach Kontakt mit einer Erzieherin plötzlich und penetrant falsche „Weilsätze“  (Bsp.: „Ich komme zu Dir, weil ich habe Dich so lieb“ statt: „Ich komme zu Dir, denn ich habe Dich so lieb“ oder: „Ich komme zu Dir, weil ich Dich so lieb habe.“) Mein Mann, der bei so etwas sonst sehr zurückhaltend ist, und ich haben dies mehrfach vorsichtig angemerkt, aber die Erzieherin schien dies nicht weiter zu interessieren. Kaum war das Kind nicht mehr in der Kita, war der Spuk vorbei. Also auch hier meine ketzerische Anmerkung: Nicht immer fördert die Kita die Sprachentwicklung. Natürlich geht es um ein Politikum, mit wichtigem und richtigem  Hintergrund: Kinder aus bildungsfernen Schichten sollen möglichst früh auffallen und entsprechend gefördert werden. Hierzu dient dann auch die Meldung von Kindern mit Sprachförderbedarf beim Jugendamt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Sprachlerntagebuch von Kind 1 aus einigen eher hingeschmierten Kommentaren diverser Erzieherinnen besteht und einige krakelige Bilder und wenige hübsche Fotos enthält. Ich selbst habe für meinen Sohn noch verschiedene Bilder eingeklebt, damit er später eine Erinnerung an seine Kitazeit hat. Was man dem Buch an wichtigen Informationen entnehmen können soll, ist mir ein Rätsel, daher habe ich es auch nicht in der Schule abgegeben. Denken Sie dran: Sie müssen nicht immer alles tun, was man von Ihnen verlangt!

Bei Kind 2 sieht es schon ganz anders aus: Hier schreiben die Erzieherinnen regelmäßig Tagebuch über die Entwicklung meines Sonnenscheins. Mir kamen die Tränen vor Rührung, als ich die lieben Worte und die schönen Fotos angesehen habe, allerdings sehe ich keinerlei Grund dieses schon privat anmutende Buch je in einer Schule abzugeben.

 

Sprachlerntagebuch

Kindergeburtstag, hurra?

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Kindergeburtstag – kontroverses Thema! Ich weiß, dass Sie vielleicht ganz anders denken als ich, denn ich habe das Thema mehrfach gegoogelt, und die Meinungen der Eltern prallen beim Thema Kindergeburtstag aufeinander. Ich schreibe hier über Feiern von Kindern im Alter von vier bis vielleicht acht Jahren.

Ich bin in einer Straße in Berlin groß geworden, in der ungefähr acht gleichaltrige Kinder wohnten, von denen nur zwei in andere Kitas und Schulen gingen. Ich war ein unangepasstes, sensibles Kind. Ich war bestimmt nicht das beliebteste aller Kinder. Und dennoch wurde ich immer zu den Kindergeburtstagen in der Straße oder aus der Kitagruppe eingeladen. Niemand hätte damals ein Kind ausgeladen, das durch die Nähe und die Kita in enger Verbindung stand. Meine Mutter und viele andere Eltern trafen zusätzlich noch eine Art Sozialauswahl: Welche Eltern trennen sich gerade? Wo haben es die Kinder  besonders schwer, in der Schule oder Kita Fuß zu fassen, oder wer ist erst gerade zugezogen? Sie bestimmten in Absprache mit ihren Kindern, aber auch manchmal über den Kopf des noch sehr kleinen Kindes hinweg, wer eingeladen wurde. Heute wird diese – wie ich finde – auch soziale Verantwortung abgegeben. Ans Kind. Auch, wenn es erst drei Jahre alt ist.

Bei uns sind Kindergeburtstage Feiern, zu denen irgendwie jeder kommen kann, auch das Kind von nebenan, das zufällig sieht, das gefeiert wird. Damit liegen wir aber nicht im Trend. Trend ist, ebenso viele Kinder einzuladen wie das Kind alt ist. Punkt aus. Denn alles andere ist für Ludwig, Karlchen oder Mia zu ansprengend. Ehrlich gesagt? Ich glaube, alles andere ist eher den Eltern zu anstrengend. Mein Sohn spielte eine Zeitlang fast einmal wöchentlich mit einem Kindergartenfreund bei uns zuhause. Als das Kind, nennen wir es gemeiner Weise hier mal Egon, vier Jahre alt wurde, kam Leonard aus der Kita und weinte, weil er keine Einladung in der Garderobe hatte. Egons Mutter meinte lapidar im Supermarkt zu mir: „Egon hat entschieden, dass nur Frida, Wilhelm, Jack und Helene kommen dürfen. Er mag Leonard gerade nicht so.“ Zwei Wochen später war Egon wieder unser vergnügter Gast. Die Mutter hat, finde ich, einen Knall. Ich kann doch nicht Kinder ausladen, nur weil mein Sohn an dem Tag, an dem ich ihn frage, sagt: „Nö, der ist gerade nicht mein Freund!“ Doch, kann ich doch – höre ich etwa Dreiviertel der Mütter sagen, die  hier mitlesen.

Ich kann Sie auch verstehen! Kindergeburtstage sind anstrengend, die will man limitieren. Und sie kosten Geld. Vor allem, wenn man noch diese blöden Tütchen machen muss, die die Kinder dann wieder mit nach Hause nehmen. Ehrlich, ich bin nicht der größte Kindernarr und schon gar kein Fan von zertrampelten Rosenbüschen, Müll im Garten, Flecken an den Wänden und Kinderkotze im Bad. Aber ich mag es noch viel weniger, die Gefühle von so kleinen Geschöpfen zu verletzten. Nennt mich Helikopter-Mama, haut drauf und sagt, mein Kind müsse lernen, mit Frust umzugehen, aber hört weiter zu: Als Leonard seine Kita gewechselt hatte, wurde er ein ganzes Jahr zu keinem einzigen Geburtstag eingeladen. Es gab fast nur Mädchen in seiner Gruppe und die luden eben keine Jungs ein. Etwas, das mir meine eigene Fehlentscheidung, die Einrichtung zu wechseln, noch mal sehr deutlich machte. Mir ist es ein Rätsel, dass man einen Neuankömmling nicht integriert.

Wir Deutschen sind im Grunde keine gastfreundlichen Menschen (abgesehen von unserer aktuellen Flüchtlingspolitik und dem ehrenamtlichen Engagement so vieler). Das wird jeder bestätigen können, der schon mal in Asien oder in arabischen Ländern unterwegs war oder an einer Grillparty in den USA vorbeigelaufen ist und selbstverständlich zur Tafel gebeten wurde. Ihr nicht? Ich immer, auf vielen Reisen.

Hier höre ich oft, dann und dann passt es nicht, da kommt schon der und der. Hallo? Ja, und? Ist dann die Wohnung zu voll? Vielleicht waren es ja besonders glückliche Zeiten, aber diese Limitierungen kenne ich aus meiner Kindheit und Jugend nicht. Zur Not hat unsere Mutter alle auf die Straße oder in den Garten zum Spielen geschickt. Aber die Tür zugelassen, weil schon ein Gast da ist? Das Motto war eher „the more the merrier“.  Hier höre ich auf dem Spielplatz wie Mütter zu ihren Kindern sagen: „Nein, spiel jetzt nicht mit Sara, Du bist mit Sina hier!“ Ich staune leise, denn wie wäre es denn, wenn alle miteinander spielten?

Wenn also alleine Janine, Claire, Ida und Max entscheiden dürfen, wer zur Party kommt,  kann es natürlich sein, dass neue zugezogene oder unangepasste Kinder durchs Raster fallen. Das werden Ihnen  einige Mütter bestätigen. Mein Sohn jedenfalls suchte im Alter zwischen fünf und sechs meist vergeblich nach dem Einladungskärtchen in der Kita. Ich sagte mir, er müsse damit klarkommen.

Mein Mann und ich laden lieber fünf Kinder mehr ein, als eines vor den Kopf zu stoßen. Wir können und wollen uns da auch gar nicht immer so festlegen. Das wird sich ändern, wenn meine Kinder groß genug sind, enge Freundschaften zu pflegen und wirklich allein entscheiden zu können. Eltern bestätigen: „Zurück-Einladen ist nicht. Mein Kind ist einfach so beliebt!“ Na, dann hoffe ich mal für die Kinder, dass das immer so bleibt!

Eine Mutter machte sogar nicht mal davor halt, Kinder wieder auszuladen. Ihre kleine Tochter hatte Leonard mehrfach mündlich zu ihrer Feier eingeladen. Ich traute dem Braten nicht und fragte die Mutter daher selbst. Sie antwortete: „Ja, Leni lädt alle Kinder aus der Gruppe ein!“ Leonard freute sich, und wir suchten ein Geschenk aus. Tage später fehlte seine Einladung im Fach. Leo suchte sie überall. Nur: Es gab keine!  Er überlegte, ob Leni sie verloren habe, ein anderes Kind sie mitgenommen habe oder sie hinter die Gaderobe gerutscht sei.

Ich fragte – ein wenig beschämt – die Mutter. Diese antwortete lächelnd: „Wir laden  jetzt doch keine Jungs ein, es werden zu viele Gäste!“ Die drei Jungs der Gruppe waren also wieder ausgeladen worden. Leonard war entsetzt, und ich sagte zu ihm: „Das ist sehr seltsam von der Mutter, und Leni kann nichts dafür!“

Bevor Sie mir jetzt kleine Einladungsbriefchen schicken zu den Feiern Ihrer Kinder oder mir ein Seminar zur Verarbeitung posttraumatischer Belastungen anbieten:  Nein, danke, wir sind bedient!  Letzten Sommer ging mir fast das Geld für Geburtstagsgeschenke aus.  Zu viele Feiern sollten es dann auch nicht sein.

Scharlach-Schilder und das Sinnlos-Attest

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Während wir bei einer Tasse Tee so über Kinder und ihre Wehwehchen plaudern, erzählt Annette, die Kinderärztin, was sie gar nicht leiden kann. „Wir haben Scharlach“- Schilder!  Ist Scharlach nicht ganz schlimm? Nein, Scharlach ist nicht ganz schlimm und bricht häufig nicht einmal voll aus. Dann ist es eine simple Streptokokken-Infektion. Wenn zwei Kinder einer Gruppe Scharlach haben, bleiben sie zuhause und werden dort behandelt, deshalb hat aber die Kita noch keinen Scharlach. Annette findet, Kitas sollten nur mit großen Zetteln über Krankheiten informieren, bei denen eine Informationspflicht besteht oder die Schwangere gefährden könnten: Darunter fallen Ringelröteln und Masern.

Ebenfalls informiert werden muss über Läuse. Aber auch hier lacht Annette milde: „Was Eltern alles anstellen, wenn es um Läuse geht, ist verrückt!“ Da wird Wäsche ohne Ende gewaschen, es werden Kuscheltiere weggeworfen oder ins Gefrierfach gesteckt.“ Alles Quatsch. Läuse sterben, wenn sie über vier Stunden kein Blut getrunken haben. Es reicht also, das Kuscheltier einfach mal beiseite zu legen. Betroffen sein werden auch nur Mützen, Kissen und Tiere, die zur Schlafenszeit bei den Kindern am Kopf liegen. Läuse halten sich nämlich in der Regel nur auf Haaren auf und wandern von Kopf zu Kopf, wenn Kinder ihre Köpfe zusammenstecken. Eine Katastrophe ist das nicht.

Während ich das schreibe, sehe ich eine Mutter mit Läusephobie vor mir, die wegen eines Läusealarms jeden Morgen nach dem Aussteigen aus dem Auto  vor der Kita ihre Töchter mit einem Läusespray besprühte, obwohl die Kinder läusefrei waren. Davor ist zu warnen: Es handelt sich bei solchen Mitteln oft um Medizinprodukte, die nicht so streng geprüft werden wie Arzneimittel. Enthalten sind  Pyrethrine, die die Tiere abtöten, aber auch bei Menschen zu Nebenwirkungen führen können. Andere Produkte basieren auf Kokosöl und Silikon und sollen bewirken, dass die Atemöffnungen der Läuse verstopfen. Diese Mittel kann man als Shampoo zur Abtötung benutzen, muss dann aber prüfen, ob wirklich alle Läuse erwischt wurden oder noch Nissen vorhanden sind. Wer das Zeug schon mal in die Haare geschmiert hat, weiß, dass man das Öl tagelang nicht richtig rausbekommt. Eklig, aber halb so wild.

Als bei uns die Maul- und Klauenseuche (aka Hand-Mund-Fuß-Virus) nach einer Woche wieder vorbei war, und ich mit den letzten Pusteln im Mund wieder an meinem Schreibtisch saß und gerade einen Vertrag fertig schreiben wollte, klingelte das Telefon. Es war die Kitaleiterin. Ich möge bitte sofort kommen, Julian wirke „irgendwie krank“. Zuhause war Julian dann putzmunter, und ich pflaumte die Kitaleitung an, mich bitte nicht noch mal anzurufen, wenn mein Kind nichts habe. Ihre Erklärung: Sie habe seinen Schnuller nicht gefunden und konnte ihn nicht beruhigen. Langsam aber sicher wurden wir alle hysterisch: Die Eltern gesunder Kinder verdächtigten die Eltern anderer Kinder, ihre Blagen krank abzugeben, andere verdächtigten die Erzieher, selbst die Viren einzuschleusen, der nächste spricht von mangelnder Hygiene. Ich begann, jedes Kind zu verfluchen, das mit gelb-grüner Rotze unter der Nase durch die Kita lief. Ekelhaft! Und die Kitaleitung versuchte, die berühmte Attest-Regel einzuführen. Kennen Sie die?

Die Attest-Regel besagt, dass Sie mit Ihrem Kind, wenn es endlich wieder gesund ist, zum Arzt gehen müssen und sich die Kitaeignung bestätigen lassen müssen. Das ist natürlich hirnverbrannt. Denn was fragt denn der Arzt die Mami? „Ist Ihr Kind noch krank? Hat es Fieber? Nein? Dann kann es wieder in die Kita gehen!“ Bitte schön, hier ist der Wisch. Manchmal kommt man gar nicht erst vor bis zum Arzt, denn der beschäftigt sich  – und das ist ja auch richtig so – mit den Kindern, die wirklich krank sind. Da macht das dann die Assistentin, und der Arzt unterschreibt nur schnell. Ich habe auch schon von unterzeichneten Vordrucken gehört, auf denen die Eltern nur das Datum nachtragen müssen. Ärztin Annette nickt fortwährend, während ich eine kleine Brandrede wider den Unsinn halte. Das Attest ist sinnlos. Völlig. Ein hilfloser Versuch, Kitakrankheiten im Zaum zu halten. Besonders wichtig finden manche Eltern und Erzieher das Attest bei Durchfällen. Na, toll. Da sage ich dann wahrheitsgemäß zu dem genervten Arzt: „Nein, Emma hat heute noch nicht weich gekackert! Der Durchfall scheint vorbei zu sein!“, bekomme das Schreiben, gebe das Kind in der Kita ab und  – pppffft- rummms- ist die Windel samt Body und Röckchen wieder voll.

Ärzte können nicht hellsehen, sie verlassen sich auf das, was wir Eltern ihnen sagen. Ärzte bekommen pro gesetzlich versichertem Kind und Quartal eine Pauschale und finden es in der Regel nicht witzig, gesunde Kinder vorgeführt zu bekommen. Selbst bei den Läusen ist die Regelung eigentlich albern: Denn, wenn die Mutter eine Laus übersieht, kann das auch dem Arzt  passieren. Wir gehen also mit gesunden Kindern zum Arzt, können immer noch nicht ins Büro, ernten komplettes Unverständnis („Äh, ja, Sina ist gesund, aber ich sitze mit ihr beim Arzt!“) und halten dort den gesamten Betrieb auf.

Annette erzählt aus dem Praxisalltag folgende, geradezu groteske Geschichte: „Da sitzen 20 kranke, wartende Kinder in der Praxis, denen ich helfen möchte, und es stürmen drei aufgeregte Mütter rein: „In unserer Kita gibt es Scharlach! Wir möchten, dass unsere Kinder auf Scharlach getestet werden“! Völlig verdattert fragte die Ärztin die Mütter warum. Die Antwort: „Wir wollen wissen, ob die Kinder auch Scharlach haben, damit sie gleich ein Antibiotikum bekommen!“ Na, geht es noch? Ich glaube, es hackt! Da soll ein Test an einem symptomfreien Kind gemacht werden?“ Annette lacht schallend: „Und dann ist der Test positiv und was mache ich? Ein gesundes Kind behandeln?“ Ganz sicher nicht. Streptokokken hat fast jedes Kind von Zeit zu Zeit oder auch als Dauerbesiedlung in der Mund- und Nasenschleimhaut. Deshalb würde man nicht vorbeugend gegen Scharlach behandeln, zumal die Krankheit sich nicht immer in voller Blüte zeigt. Da fragt man sich doch ein wenig, was sich solche Eltern denken? Wofür ist der Arzt da? Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse? Würde man der Krankenkasse solche Kosten aufbrummen, wäre das ein glatter Kassenbetrug.

Zum Glück sind die Kitas meiner Kinder alle so vernünftig gewesen, dann doch Abstand zu nehmen, von den Blödsinns-Attesten. Sind Ihre Kitas nicht so vernünftig, liebe Eltern, tut Euch zusammen und kämpft gegen den Quatsch an.

Jetzt naht der zweite Kitawinter, und ich denke mit einigem Abstand: Die Seuchenzeit gehört dazu. Ein Kind erwischt es mehr, das andere weniger. Manche Eltern strotzen dem Virenbomardement, andere eben nicht. Manch einer hat verständnisvolle Auftraggeber und Arbeitnehmer („Ja, kennen wir auch!“), mancher kämpft nicht nur mit der Grippe, sondern auch noch mit ausgemachten Arschlöchern („Geben Sie Ihr Kind doch zur Oma!“, „Also, mein Kind/Enkel/Patenkind/Nachbarskind ist nie krank!“). Und alle müssen da durch. Irgendwie.

Und jetzt habe ich noch gar nicht erzählt, dass es noch ganz andere Kitaflüche gibt. Was, Sie denken ich komme ihnen wieder mit Läusen? Haha, das ist gar nichts! Hatten Sie schon mal Würmer? Nein? Dann empfehle ich Ihnen die ersten Seiten des Buchs „Schoßgebete“ von Charlotte Roche.  Juckt es schon? Naja, Sie haben ja bestimmt Tesafilm zuhause. Und wenn Sie immer noch nicht genug haben, schlafen Sie einfach mit Ihren Gören in der Jugendherberge (wahlweise dem Astoria in New York) und bringen Sie ein paar Bettwanzen mit nach Hause – so wie der Papa von Mia, der heute noch davon erzählt wie die ganze Wohnung auf 60 Grad erhitzt werden musste, um das räudige Volk auszuräuchern. Natürlich musste die ganze Familie inklusive Katzen und Hund ausziehen für den Zeitraum.

Als die Seuchenzeit im April vorbei war, gönnte ich mir einen Kinobesuch. Der Kinositz war unbequem. Ich bekam einen Hexenschuss und konnte mich eine Woche lang kaum bewegen. Meinen Arbeitgeber hat es nicht gefreut, denn er hatte gehofft, nun mal eine Weile auf mich zählen zu können. Ich war aber zum ersten Mal krank, ohne dabei noch ein oder zwei Kinder betreuen zu müssen. Da nimmt man die Schmerzen und die täglichen Spritzen in den Rücken ja schon fast als Geschenk an.

Kitakrankheiten oder: Die Hölle ist los!

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Huhu, jetzt möchte ich Ihnen mal so richtig Angst einjagen! Setzen Sie sich lieber hin oder halten Sie sich am nächstbesten Türrahmen fest:

Haben Sie eine Arbeit, die Sie lieben? Wollen Sie Ihr Kind mit einem Jahr in die Krippe geben? Passen Sie auf, die Strafe folgt auf den Fuß! Oder besser: Auf die Hand, den Mund und den Fuß!

Na, gut, es gibt verschiedene Ausprägungen der Hölle: Als wir Kind 1, also Leonard, in den Kindergarten gaben, war er neun Monate alt, und er mag hier und da ein wenig verschnupft gewesen sein, sehr viel mehr passierte nicht. Bei ihm! Es ging mir zeitweise so dreckig, dass mein Partner mich am liebsten auf die Straße gesetzt hätte: Rotze, Husten, Heiserkeit in einem Ausmaß wie ich es noch nicht gekannt hatte. Dazu eine immerwährende Nasennebenhöhlenentzündung und eitrige Seitenstränge (das ist da hinten im Hals und tut weh beim Schlucken, gerne bei Leuten, die keine Mandeln mehr haben). Ich schluckte fleißig Antibiotika und Aspirin Complex (da ist wenigstens ein bisschen Ephedrin-Wachmacher drin), um überhaupt mein Kind in die Kita bringen zu können. Da musste es schließlich hin, damit ich mich mal ins Bett legen konnte.  Meine Ärztin wollte mich an den Vitamintropf legen, aber ich hatte keine Kraft, überhaupt dort hinzufahren. Denn entweder arbeitete ich irgendwie, oder ich lag im Bett. Arbeiten musste ich verdammt viel, denn es fehlte Geld, und mein Mann war gerade dabei, sein Geschäft aufzubauen.

Bevor ich ein eigenes Kind bekam, hatte ich mit Kindern wenig am Hut. Es scheint, dass mein Körper seit der eigenen Kindergartenzeit keinerlei Kontakt zu den Viren- und Bakterienmonstern mehr gehabt hatte, die mein – erstaunlich gesundes – Kind bevölkerten. Mein Sohn war bis auf einen Schnupfen fit, und ich lief herum wie der Tod auf Socken. Natürlich dachte ich, dass ich Krebs, Multiple Sklerose oder Aids habe, aber alle Tests waren negativ. Irgendwann traf ich auf eine Mutter, die mir sagte, bei ihr seien die ersten beiden Kitawinter ihrer Tochter auch ein einziger Totalausfall gewesen – für sie.

Das reicht Ihnen schon? Jetzt geht es aber munter weiter: Als Kind Nr. 2 kam, also Julian, war ich angestellt. Um nicht allzu lange in der Firma auszufallen, kam Julian mit elf Monaten in die Krippe. Dort wurden nach und nach alle Kinder eingewöhnt, da die Einrichtung neu gegründet worden war. Morgens fuhren wir den Großen in Kita 1 und den Kleinen in Kita 2. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Nicht-Eltern gar nicht wissen, dass Eltern morgens schon  90 % ihrer Energie verbraucht haben, bevor sie ins Büro kommen. Stimmt. Bis Kind 1 seine Anziehsachen angezogen hat, ist Kind 2 wieder eingeschlafen. Ich weiß nicht, wie Eltern mit drei oder noch mehr Kindern das machen, wenn beide arbeiten. Aber zurück zu dem eigentlichen Thema – sitzen Sie endlich?

Der vergangene Winter, also der 1. Winter von Julian in der Krippe, war ein Seuchenwinter. Julian war – ohne Witz – eine Woche halbwegs gesund und daraufhin wieder zwei Wochen krank, eine Woche gesund, zwei Wochen kränklich. Julians Papa hatte fast durchgehend Aufträge und verwies mich gerne darauf, ich sei ja angestellt und könne „ja wohl mal fehlen“, woraufhin ich ihm stets erklärte, „er sei schließlich selbstständig und könne flexibel auf die Krankheiten seines Kindes eingehen“. Wir hatten alles. Und dieses Mal erwischte es sogar zwei Mal den Großen. Ich kann gar nicht so genau sagen, was es war, aber es war alles eklig, schleimig, pickelig und langwierig, manches stank bestialisch, und die meisten Nächte betrugen weniger als drei Schlafstunden am Stück. Kein Wunder, dass viele Mütter (und auch Väter) ständig krank sind, heißt es doch, Schlaf sei neben gesunder Ernährung  und Sport das wichtigste, um das Immunsystem zu stärken. Wann schlafen wir denn, wenn wir arbeiten und gleichzeitig nachts ständig wach sind? Da landen wir dann ganz schnell bei dem Buch „Die Alles-ist-möglich-Lüge“ von Susanne Garoffsky und Britta Sembach, das sie lesen sollten, wenn sie sich als Mutter oder Vater ständig am Rande oder mitten in der Erschöpfungsdepression bewegen, aber das ist eine andere Geschichte…

Also, da ich nun also angestellt war, konnte ich mich tagsüber nicht mehr hinlegen, wenn ich nachts wach war. Ich ging am Stock. Julian wurde und wurde nicht richtig fit. Wir mieden unsere liebe Kinderärztin, wo wir nur konnten, denn die meisten Krankheiten können Eltern wohl auch ohne Arzt richtig einschätzen, und wenn man irgendwo krank wird, dann wohl erst recht beim Kinderarzt. Wenn wir dann aber doch mal zum Arzt gingen, trafen wir meist die halbe Kita im Wartezimmer. Die andere Hälfte der Kinder hing bleich in der Kita herum, wo dann – passend – die Hälfte der Erzieher fehlte. Traf man sich im Supermarkt, konnte man schon an den Gesichtern erkennen, wo Grippevirus und Magen-Darm jetzt gerade angekommen waren. Wir erzählten uns von Kotze, durchgekackten Windeln, nächtlichen Erstickungsanfällen (Krupp), zeigten uns gegenseitig eigenartige Fotos der Ausschläge unserer Kinder und verglichen Hustenarten. Am schlimmsten traf es einen Vater, bei dem sich das Hand-Mund-Fuß-Virus tatsächlich auf seine Füße und Fußnägel gesetzt hatte und dort so fröhlich feierte, dass er im Krankenhaus vorstellig wurde. Dabei sind Erwachsene sonst meist gefeit vor dem Zeug.

Per Mail schrieb ich ins Büro die Textbausteine: „Kind 2 ist krank.“, „Ich bin krank.“ oder, seltener: „Kind 1  ist auch krank.“  Gerne auch alles gleichzeitig. Manchmal mit Tränen der Scham in den Augen. Ich habe mich noch nie so unwohl bei der Arbeit gefühlt, wie in diesem ersten Kitawinter. Ich dachte jeden Tag, meiner Vorgesetzten und meinen Kollegen würde der Geduldsfaden reißen. Erleichternd wirkten ein ebenfalls sehr oft hustender Vater und eine Mutter mit häufig krankem Kind. Zur Weißglut brachten mich Menschen, die mich ansahen und sagten:  „Also, wir/ich/unsere Kinder sind/bin nie krank!“ Schön für Dich!! Toll! Also, wir waren im Eimer.

Ich organisierte zwei Babysitterinnen zum Preis meines Teilzeitgehalts, die auch vormittags konnten, und auf mein krankes Kind (wahlweise auch auf das zweite oder auf mich) aufpassten. Die waren dann natürlich auch dauernd krank, halten ja nichts mehr aus, die jungen Leute! Am robustesten erwies sich noch die 80jährige, schlecht sehende Oma der beiden Jungs.

Mein Mann und ich diskutierten mit den Erzieherinnen um jede Minute Kindergartenzeit. „Krank?! Nein, nein, Julian ist nicht krank!!! Er tut nur so!“ Ich erinnere ich an einen Tag als ich flehte, man möge Julian nehmen trotz der „Drei-Mal-Weiches-Kacka-Regel“, weil die Babysitter krank waren, die Großmutter im Krankenhaus und der Kindsvater im Studio. In der Firma hatten sich die Wirtschaftsprüfer angekündigt. Die Kacka-Regel besagt, dass man sein Kind zuhause lassen muss, wenn es drei Mal an einem Tag Durchfall hat. Während die eine Erzieherin bereits von Durchfall spricht, wenn der Stuhl weich ist, ruft die andere erst an, wenn es durchsuppt. Ehrlich. Und bevor mich nun jemand in die Rabenmutterecke stecken möchte: Nein, ich habe keines meiner Kinder je mit Fieberzäpfchen versehen in die Kita gesteckt. Das sollen aber angeblich andere Eltern machen, erzählt man sich so. Ich kenne das aus Frankreich. Dort knallte man jahrelang schon Kleinkindern bei leichten Erkältungen ein Antibiotikum rein, weil es eben selbstverständlich ist, dass Frau arbeitet. Also gibt man Kindern schnell Medikamente, um sie um Himmelswillen in die Krippe bringen  zu können. Auch nicht alles gut, bei den Nachbarn, im Gegenteil! Vielleicht ist man dort inzwischen aber so wie hier in Deutschland wesentlich zurückhaltender bei der Verschreibung von Antibiotika geworden.

Eine befreundete Berliner Kinderärztin, nennen wir sie hier Annette, sagt deutlich: „Ein Kind, das sich nicht wohlfühlt, bleibt zuhause. Ein Kind, das eine Temperatur von über 38,5 Grad hat, bleibt zuhause und zwar bis 24 Stunden nach dem letzten Fieber.“  „Es sei denn“, fügt sie hinzu, „das Fieber hielt nur wenige Stunden an.“ Durchfall betrachtet sie eher gelassen: „Wenn der Durchfall nicht zu häufig und sehr, sehr flüssig ist, kann ein Kind mit Durchfall auch in die Kita. Der Durchfall ist, wenn kein Fieber besteht, meist kein Krankheitszeichen mehr, sondern nur noch eine sekundäre Reaktion auf die Krankheitskeime, die den Darm gereizt haben.“ Das heißt, oft klingt eine Kinderkrankheit mit Durchfall aus, und es besteht gar keine Ansteckungsgefahr mehr.

Als bei uns in der Kita   Hand-Mund-Fuß ausbrach, blieb ich ruhig, denn im Netz kann man überall lesen, dass es halb so schlimm ist und oft nach drei Tagen vorbei. Als Julian erste Bläschen im Mund hatte, wiegelte ich ab. Nein, das kann nicht sein. Nicht mein Kind. Die Erzieherin, deren Mund auch schon Blasen schlug, schickte mich zum Kinderarzt. Der konnte nichts erkennen und schickte Julian zurück in die Krippe. Ich triumphierte! Nachts machte mein Kind kein Auge zu: Der ganze Mund war  nun voll von dem Dreck! Vorwurfsvoll führte ich mein  Kind wieder in der Kinderarztpraxis vor. Man überdachte die Diagnose von gestern und attestierte meinem Baby „Coxsackie“. Toll, ich saß wieder zuhause und schmierte mir – da waren jetzt auch Pusteln am Zahnfleisch –  und meinem Kind eine grüne Paste in den Mund, die überhaupt nicht half. Das Schmieren wurde mit Schreien quittiert.

Annette, die selbst drei kleine Kinder hat, erklärte mir: „Ich kläre alle Eltern auf, dass es bei  kleinen Kindern zwei Hauptdiagnosen gibt und die lauten „erstes Kitajahr“ und „zweites Kitajahr“. Die Diagnosen stehen symbolisch dafür, dass sich Kinder nach Eintritt in die Kita mit neuen Keimen auseinandersetzen und  sich das Immunsystem mit allen Keimen auseinandersetzt, was sehr positiv gegen die Entstehung von Allergien wirkt. „Eltern, die darauf vorbereitet sind, denen geht es besser. Denn Arbeitgeber geben Eltern ja gerne mal das Gefühl, dass nur ihr Kind dauernd krank ist. Normal ist durchaus, dass ein Kind eine Woche gesund und eine Woche krank und die nächste noch schlapp ist und das über den ganzen Winter.“ Man könne es nicht oft betonen, da das schlechte Gewissen schon so manche Mutter in den burn-out gejagt hat:   NORMAL! ALLES VÖLLIG NORMAL!     Tja, und was ist mit den Eltern? Die Ärztin sagt: „Eltern selbst stecken sich heute leicht an, da wir nicht mehr in Großfamilien leben, wo seit Jahren die Keime zwischen den Familienmitgliedern zirkulieren, sondern wir Erwachsenen werden mit dem Eintritt unserer Kinder in die Kita oft das erste Mal selbst wieder mit der wilden Welt der Keime konfrontiert werden.“ Das heißt: Abends küsst uns das Baby und es hat eine neue Überraschung mitgebracht.

Bezüglich Coxsackie gruselt uns  Annette dann jetzt ein bisschen. Das Virus weist sehr viele Unterstämme auf, und man kann sich  mit jedem einzelnen davon anstecken. Die Krankheit tritt bei manchen Kindern als Herpangina im Mundraum auf, bei anderen Kindern befällt sie eher Hände und Füße, aber auch die Genitalien. Oder alles zusammen. In seltenen Fällen kann die Krankheit bei Erwachsenen Böses bewirken kann: Nägel können ausfallen, oder man verschleppt den Infekt, weil man wochenlang schlapp und mit Bläschen im Mund zur Arbeit rennt, und bekommt wohlmöglich eine Myokarditis. Während sie mir das erzählt, und ich nach Luft schnappe, sagt sie: „Ok, wir wollen den Eltern mal keine Angst machen. Normaler Weise ist das alles nicht weiter schlimm.“ Sie empfiehlt aber allen Eltern, auf ihre eigene Gesundheit zu achten und Vorwürfe des Arbeitgebers („Gerade war noch ihre Tochter krank und jetzt Sie??!?“) so gut wie möglich zu ignorieren. Es hilft niemandem, wenn aus der Erkältung eine Lungenentzündung, eine Herzmuskelentzündung oder Asthma wird. Sowohl die Ärztin als auch ich berichten hier aus eigener leidvoller Erfahrung. So denn: Wer sich bei seinem Kind ansteckt, ist oft schlimmer dran als das Kind und schone sich!

Andererseits warnt Annette davor,  dass Kinder aus der Kita genommen werden, weil Kitaleitungen das so anordnen, obwohl es ihnen gut geht. Selbst mit einem Cocksackibläschen und ohne Fieber kann ein Kind am Kitatag teilnehmen, wenn es nicht beeinträchtigt ist. Die Viren sind zwar hochansteckend, wenn das Kind aber die ersten Bläschen bekommt, war es vorher bereits tagelang als Virenschleuder unterwegs. Wer dann noch nicht verseucht ist, wird es wohl auch nicht mehr.

 

Das Gras auf der anderen Seite

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Meinen Humor in Sachen Kita habe ich einmal verloren, und ich habe dann eine Entscheidung getroffen, vor der ich andere Eltern warnen möchte. Mein Mann und ich verstanden uns mit der Leiterin einer Einrichtung nicht, mochten allerdings die Erzieherinnen sehr. Dann gab es zwei Ereignisse, die zu einem nicht reparablen Bruch führten: Leonard, der schon mit zwei Jahren in die mittlere Gruppe kam, durfte mit vier Jahren nicht zu den Großen (4-6) wechseln. Man war hier strikt nach dem Geburtsdatum gegangen, so dass mein Sohn hinten runter fiel und bei den Kleinen verbleiben musste. Da ich, wie viele Eltern, meinen Sohn für recht aufgeweckt halte, ging ich mit einer anderen Mutter auf die Barrikaden. Man redete sich mechanisch mit dem Geburtsdatum heraus. Die Argumente lauteten plötzlich ganz anders als zwei Jahre zuvor, als der kleine Pups mit nicht mal zwei Jahren in die Gruppe der Dreijährigen kam.

Vielleicht hätte ich als Kitaleitung genauso gehandelt, denn der Platz reichte hinten und vorne nicht aus für die 4-6 Jährigen. Doch wir waren entgeistert. Unser intelligentes, tolles Kind bei diesen halben Babys! Man versprach uns und der anderen Mutter, unsere Kinder hoch zu holen, sobald ein Platz frei werde. Als dann einer frei wurde, wurde ein Kind einer Familie, die gerade zugezogen war, in die Gruppe aufgenommen. Angeblich war Vitamin B im Spiel. Wir schäumten. Sollte  Ihnen das passieren, bleiben Sie gelassen: Das passiert hunderten von Eltern jeden Tag!

Glauben Sie noch an Wartelisten? Dann glauben Sie auch an den Weihnachtsmann. Ich weiß von Familien, die sofort einen Platz an einer Kita nahe unserer bekommen haben, während andere jahrelang nur einen Platz auf der Warteliste ihr Eigen nennen konnten. In diesem Fall schien sich das Muster herauszukristallisieren, dass meist die Eltern die Zusage bekamen, bei denen sich allein der Vater im Wochentakt die Kita mit freundlichen Anrufen überzogen hatte. In anderen Fällen sind es immer die Alleinerziehenden, weil die Leiterin selbst alleinerziehend ist, im nächsten Fall sind es die Kinder der großen, attraktiven Managergatten – da springt vielleicht auch die ein oder andere Spende heraus. Sympathie und Kontakte sind wie immer und überall im Leben die halbe Miete. Zurück zu uns:

Wieder zog eine Familie weg, deren Kind bei den Großen war. Nun hatte man ja zwei Eltern versprochen, ihr Kind sei an der Reihe, und es konnten nicht zwei Kinder hochgehen. Also hieß es, nein, beide Kinder bleiben aus pädagogischen Gründen unten. Ich kochte. Pädagogische Gründe? War mein Kind plötzlich zu blöd, zu klein, zu unsozial, die Gruppe zu wechseln? Warum sagte man uns nicht ehrlich, dass man sich mit den Zusagen verrannt hatte?  Hinzu kam noch, dass ich meinte, deutlich vernommen zu haben, für meinen kleinen Sohn Julian stünde im nächsten Sommer ein Platz zu Verfügung. Diese Aussage hatte dann niemand mehr gemacht. Missverständnisse, alles Missverständnisse…

Ich drohte zu explodieren – zumal ich hoch schwanger war und sich mein Bauch bedrohlich wölbte. Ich saß im Büro in Berlin Mitte und brach vor zwei Kolleginnen in Tränen aus.  Sie wissen schon: Die Hormone! Meine Panik nach einem Jahr keinen Kitaplatz zu haben und nicht arbeiten zu können, war unfassbar groß. Ich fühlte mich in meiner beruflichen Existenz bedroht. Als ich dann  noch eine Familie im Café traf, die sagte, dass sie wisse, dass sie einen Platz für den nächsten Sommer sicher habe, schoss ich die Kita auf den Mond.

Ich rief eine bilinguale Kita an, meldete nach einem Gespräch mein Kind dort an, legte eine Unsumme Zuzahlungsbeiträge für 18 Monate bis zum Schulbeginn beiseite und sandte einen Brandbrief an den Träger der alten Kita meines Sohnes. Wutschnaubend verließen wir die Kita.

Zwei Jahre später weiß ich, dass das ein Fehler war. Ich hatte vor Wut zum einen mein Kind aus dem Auge verloren, und zum anderen hatte ich außer Acht gelassen, dass all diese idiotischen Situationen nur entstehen, weil alle Seiten unter Beschuss stehen. Die Kitaleitung darf keine Zusagen über Plätze machen, damit Eltern nicht auf die Idee kommen, hier etwas einklagen zu wollen. Sie steht mit dem Rücken zur Wand, wenn der Trägerverein ein bestimmtes Kind aufnehmen möchte oder zwei Eltern denselben Platz einfordern. In dem Sommer, in dem mein kleiner Sohn Julian dann tatsächlich in die Kita kommen sollte, waren in der Kita, die wir verlassen hatten, noch genug Plätze frei, zwei andere Kitas boten uns Plätze an, wir hatten die Auswahl. Ruhig Blut, rate ich allen Eltern! Oder, um meine Mutter zu zitieren: „Kind, warte doch einfach erst mal ab!“

Leonard war glücklich in seiner alten Kita, und er wäre nicht verblödet, noch ein paar Monate mit den jüngeren Kindern zu verbringen, zumal einige Gleichaltrige ebenfalls bei den Jüngeren geblieben waren. Es ist schon komisch, wie wichtig wir hier in Deutschland manchmal solche unwesentlichen Dinge sehen. Als würde die Karriere unseres Nachwuchses davon abhängen, ob die Kinder in der Gruppe alle das ABC beherrschen oder nicht.  Die Kitaleitung von Leonards Kita gab sich Mühe, das Ärgernis auszugleichen, indem die in den Augen meines Sohnes „tolleren“ Spielsachen der Großen auch nach unten gegeben wurden.  Doch nichts konnte mich besänftigen.  Ich fühle mich als einigermaßen verständige Person schnell veräppelt, wenn ich mit langen Ausführungen statt mit einer knappen Entschuldigung bedacht werde.  Und so habe ich dann aus Verärgerung und Unverständnis für ein System gehandelt, dessen komisches Herausgerede mir auf die Nerven ging.

Heute würde ich jedem raten, die eigenen Befindlichkeiten ganz hinten an zu stellen und genau zu gucken, ob woanders das Gras grüner ist. Die bilinguale Kita hat sehr viel Geld gekostet für Leistungen, die für uns zum Großteil nicht ersichtlich waren oder die wir völlig uninteressant fanden. Die neue Kita hatte große Personalprobleme, sodass sie am Anfang versprochene Ausflüge gar nicht leisten konnte, dass mein Sohn plötzlich mit noch kleineren Kindern in einer Gruppe war und die Kita drei oder vier Mal, als mein Job als Angestellte äußerst angespannt war, statt um 18 Uhr um 15 Uhr schloss und sogar mit der Schließung für einen Tag drohte.  Die personelle Fluktuation der Erzieher war gerade in der neuen Kita sehr hoch, die Leiterin schnell pampig oder gar beleidigt. Es gab lange Zeit keine Elternsprecher, keine Telefonlisten, nichts.

Wir fühlten uns traurig und isoliert, mein Kind fasste nie richtig Fuß. Allein seine beiden guten Erzieher, ein Mann und eine Frau, konnten die Zeit dann doch noch zu einem für ihn vertretbaren Erlebnis machen. Insbesondere unser männlicher Erzieher war einfach spitze. Er handelte nicht professionell, sondern intuitiv und locker, was uns gefiel. Daher einfach mal ein paar Vorschusslorbeeren an alle Männer, die sich in dieser Frauendomäne bewegen!!

Was ich Ihnen aber auch sagen kann: Trauen Sie sich, auf Verbesserungen zu drängen, wenn diese wichtig sind. Sprechen Sie mit anderen Eltern, oft fühlen viele dasselbe, manche trauen sich nur nicht, von sich aus darüber zu reden.  Ich höre oft, dass Eltern Angst haben, ihren Kitaplatz zu verlieren (was in Berlin nicht so einfach möglich ist). Deshalb wird ganz viel hinter vorgehaltener Hand geflüstert – zielführend ist das nicht. Und mal ganz ehrlich: Ich habe es nicht ein einziges Mal erlebt, dass mein Sohn schlecht behandelt wurde in einer Kita, ganz gleich, was ich als Mutter gesagt habe. Auch als ich Zuzahlungen gekürzt hatte, wurde mein Sohn so liebevoll behandelt wie vorher. Die meisten Kitaleitungen und Erzieher mögen Ihre Kinder nämlich wirklich.

 

Entspannt oder hektisch? Deutsche Disziplin.

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Die entspannteste unserer Kitas war eine staatliche in Kreuzberg. Diese hat Eltern und Kinder so verwöhnt, dass wir hinterher regelrecht verdorben waren für andere Modelle: Mein großer Sohn kam, da ich selbstständig war, schon mit neun Monaten in die Kinderkrippe. Ich hatte Schuldgefühle. Dann kam unsere polnische Erzieherin Ilona, deren erstes Eingewöhnungskind Leonard war. Sie strahlte keine Professionalität aus, sondern Liebe und Herzlichkeit. Die Krippengruppe bestand aus zwei Kindergruppen und sechs Erziehern. Das Haus war hässlich, die Räume ein wenig abgenutzt, der Garten riesig.

Wir konnten Leonard bringen, wann wir wollten, das heißt, wenn er ausgeschlafen war. Für uns war es als Selbstständige nicht wichtig, um 9 Uhr zu beginnen. Insofern waren wir immer sehr entspannt, wenn wir in der Kita ankamen. Da Ilona und die anderen Erzieherinnen wussten, dass es mir schwer fiel, Leonard abzugeben, erlaubten sie mir, jederzeit in die Kita zu kommen, auch, wenn die Kinder schliefen.  Ich konnte dann neben dem Bettchen meines Kindes sitzen und warten bis es aufwachte. Dies galt natürlich auch für die anderen Eltern! Da saß ich dann manchmal mit einem Vater und schaute Leonard beim Schlafen zu. Geweckt wurden die Kinder nicht, sondern mit einem Babyphone wurde überwacht, ob ein Kind aufgewacht war und dieses dann leise aus der Gruppe der Schläfer geholt.

Wenn mein Sohn schon vormittags müde wurde, holten die Erzieherinnen einen alten Kinderwagen und schoben ihn in den Garten. Um ihn herum tobten die größeren Kinder, andere schliefen ebenso. Das rigide Verhalten, das wir später in anderen Kitas kennenlernten, begegnete uns hier nicht. Als unser Umzug in einen anderen Stadtbezirk nicht so früh von statten ging wie geplant, kümmerte sich die Kita mit dem Senat darum, dass Leonard noch zwei Monate trotz neuem Kitagutschein für eine Steglitzer Kita in Kreuzberg bleiben konnte.

Die Öffnungszeiten reichten von frühmorgens bis abends 1930 Uhr. Wir haben nie von dieser Bandbreite Gebrauch gemacht, aber die Flexibilität war großartig. Nie geriet ich in Panik, nie brach mir der Schweiß aus. Noch heute denke ich:  So muss Kita sein, genau so. Es ist schon interessant, dass nun gerade der oft so gescholtene staatliche Betrieb das Optimum für uns dargestellt hat. Wir kannten gar keine Schließzeiten oder gar Drohungen, die Kita schon nachmittags zu schließen oder gar über Tage wegen Personalmangels, wie wir es später in anderen Kitas erlebten. Hier also mein Rat: Wenn Sie als Eltern beide arbeiten und flexible Zeiten brauchen und sich nicht vorschreiben lassen wollen, wann Sie Urlaub nehmen müssen, wählen sie eine große, staatliche Kita. Wird hier ein Erzieher krank, müssen Sie Ihr Kind nicht früher abholen, sondern die Situation wird vermutlich abgefangen. Anders sieht es natürlich aus, wenn in staatlichen Kitas gestreikt wird. Dann werden Sie mich und meine Ratschläge verfluchen.

Ebenfalls in Frage könnte eine halb-private Kita mit großzügigen Öffnungszeiten kommen, hier habe ich von einigen Eltern viel Positives gehört. Wenn ich halb-privat meine, ist das nicht ganz präzise: Viele Kitas, die vor wenigen Jahren noch rein privat waren und auch aus der eigenen Tasche bezahlt werden mussten, haben sich in Berlin inzwischen der QVATag (Qualitätsentwicklungsvereinbarung Kindertagesstätten) angeschlossen. Das heißt, der Kita-Gutschein kann eingelöst werden, da die Kita öffentliche Gelder bekommt. Allerdings verlangen diese Kitas dann oft Zuzahlungen für Angebote wie Englisch, Musikunterricht, Sackhüpfen unter Anleitung einer Ergotherapeutin oder Essen aus der eigenen Küche.  Aus meiner Erfahrung heraus würde ich jeden  Betreuungsvertrag und  jede Zuzahlungsvereinbarung auf Herz und Nieren prüfen. Ich werde hierzu noch einige Hinweise posten.

Mein Sohn ist in Berlin Kreuzberg wohl in eine Luxussituation hineingeboren worden. Denn von den vier Kitas, auf deren Wartelisten wir standen, sagten alle zu.  Das sieht in anderen Bezirken ganz anders aus. Ein Beispiel ist Berlin Lichterfelde, wo wir aktuell wohnen. Hier findet gerade ein gesellschaftlicher Umbruch statt, da junge Familien in den Bezirk strömen, allerdings sind die Kitas immer noch auf konservative Arbeitsteilung eingerichtet:  Es wird mit Müttern kalkuliert, die höchstens 25 Stunden oder gar nicht arbeiten. Einige Kitas des Bezirks schließen bereits um 15 Uhr, andere um 1630 Uhr. Mir ist schleierhaft, wie eine voll oder auch nur 30 Stunden arbeitende Frau, die vielleicht noch Wege zur Arbeit und vielleicht sogar mehrere Kinder hat (gerne verstreut auf verschiedene Einrichtungen), es schaffen soll, auch nur ein Füßchen auf die Karriereleiter zu setzen, wenn sie jedes Mal um spätestens 1545 Uhr aus dem Meeting rennen muss.

Karriere mit einer Kita, die um 15 Uhr schließt, halte ich für ausgeschlossen!

Ich habe das neulich mal in einem Frauenforum online geäußert, da überfielen mich einige Mütter und äußerten sehr deutlich, sie haben eine Karriere, obwohl sie Ihre Kinder – Achtung! – bereits um 14 Uhr abholen. Sie merken, man muss vorsichtig sein, mit dem Wort Karriere. Für den einen ist Karriere der Verkauf von zehn Paar Socken in der Woche bei DaWanda, für den anderen bedeutet Karriere die Möglichkeit, die ganze Familie auch alleine ernähren zu können.

Der Begriff „Karriere machen“ ist vollkommen relativ und bedeutet für jeden etwas anderes. Deshalb muss ich meinen Satz von oben relativieren. Unabhängigkeit ist meine Form von Feminismus Und bevor mich jemand Rabenmutter oder karrieregeile Kuh nennt: Mein Respekt vor Müttern, die mit ihren Kindern zuhause bleiben, ist sehr groß: Es gibt in meinen Augen kaum eine Aufgabe, die  anstrengender und herausfordernder ist, als den ganzen Tag eine gute Mutter zu sein (gilt auch für Väter). Ich freue mich dann auch wieder, wenn die Feiertage vorbei sind und die Kita beginnt: Arbeiten zu gehen, ist meist einfacher, als den ganzen Tag Kinder zu bespaßen!

Kinder brauchen einen 24 Stunden, jeden Tag. Firmen und Auftraggeber nicht, auch, wenn wir das manchmal gerne glauben wollen (oder diese uns das Gefühl geben wollen). Aber, wenn man arbeiten möchte oder muss, muss auch Raum dafür geschaffen werden.

Ich erlaube mir, mein Wunschdenken laut werden zu lassen:  Wenn ich etwas Kreatives tue, kann das auch mal am Spätnachmittag sein, wenn meine Gedanken besonders gut fließen. Warum muss ich den Vertrag dann morgens um 830 Uhr schreiben, das Bild morgens malen und noch vor dem Kaffee über mein Buch nachdenken und kann nicht später beginnen und morgens Zeit mit meinem Kind verbringen? Deutschland ist so eingetaktet! Ich schreie oft um 1545 Uhr regelrecht wütend durch den Raum, dass ich jetzt eben verdammt noch mal zur Kita muss, obwohl mir gerade die besten Gedanken kommen oder wir in einem Meeting kurz vor einer Entscheidung stehen.  Warum gehen alle davon aus, dass meine Firma oder meine Mandanten permanent Rücksicht auf Kitaöffnungszeiten nehmen können? Ja, können sie. Mal. Aber manchmal wäre es einfach gut, etwas mehr Freiraum in der Ausübung seines Berufes zu haben und nicht Kollegen, Kunden und Arbeitgebern dauernd mit dem 1545 Uhr- Schweißausbruch zu kommen. Wäre das anders, könnte ich dafür morgens länger mit meinen Jungs kuscheln. Wobei das mit dem Kuscheln ja spätestens nach der Einschulung ein jähes Ende findet und in Deutschland alle, ob Eule oder Lerche, anzutreten haben.

Die kurzen Öffnungszeiten, die dünne Personaldecke, die Bezahlung und ein zumindest gefühlt hoher Krankenstand bei Erziehern führen dazu, dass eigentlich ein permanenter Stress herrscht, und alle sich genauestens an die Regeln halten müssen. Da beginnt Schule schon mit einem Jahr:

Wir lernten in Lichterfelde schnell, dass auch von Eltern Einjähriger erwartet wird, diese spätestens um 9 Uhr abzugeben, da alles andere den eng getakteten Kitaalltag stört. Der Morgenkreis, der Morgenkreis, ich kann es nicht mehr hören! Als wäre es für ein einjähriges Kind von Bedeutung, am Morgenkreis teilzunehmen. Da möchten Klein-Ida oder Klein-Ferdinand doch lieber noch eine halbe Stunde mit Mama zuhause im Bett liegen!  Eine Kitaleitung hielt meinem Mann und mir mangelnde Disziplin vor, dabei arbeitete mein Mann zu dieser Zeit meist nachts. Es betrifft aber nicht nur die freiheitsliebenden Selbstständigen, ich habe die Klagen über die Hetzerei auch von Angestellten gehört und als Angestellte erlebt. Von einer unserer Kitas erfuhren wir in der ersten  Eingewöhnungswoche, man möge „den Kleinen darauf einstellen, dass vormittags nicht mehr geschlafen wird. Das störe.“ Basta. Deutschland, Disziplinland.

Ich verstehe nicht, warum es nicht in allen Kitas möglich ist, dass kleinen Kindern Ruhe jederzeit ermöglicht werden kann. Jetzt – in der Kita unseres kleinen Sohnes Julian ist es wieder so, dass auf die Bedürfnisse der Kleinsten Rücksicht genommen wird, indem es Kuschel- und Schlafecken gibt und die Erzieher -genau wie in Leonards erster Kita – den kleinen Kindern bereitwillig auch noch ein Fläschchen für den Mittagschlaf warm machen. Wir sind froh, den militärisch anmutenden Erziehungsvorgaben erst mal wieder entkommen zu sein. Dafür werden aber nicht die Zähne geputzt. Man kann eben nicht alles haben.

Und jetzt ziehe ich mir vielleicht den Zorn einiger Erzieher zu: Erzieher sind Dienstleister; noch bezahlen sogar die meisten Eltern für diese Leistung aus eigener Tasche. Ich selbst muss meine Kunden freundlich und zuvorkommend behandeln, auch, wenn sie mal zu spät kommen oder mir irgendetwas an ihnen nicht in den Kram passt. Ebenso wie manche Eltern manchmal zu viel von Kitas verlangen, so meinen auch manche Kitaleitungen und manche Erzieher, man möge nun täglich vor Dankbarkeit in die Knie gehen. Ich bin sehr dankbar für all die guten Erzieher, die meine Kinder betreut haben. Doch Geschichten wie die, dass Eltern, wenn sie um 10 Uhr nach einem Arzttermin in der Kita gehetzt kommen, um das Kind abzugeben, zu hören bekommen: „Nein, ich kann Ihr Kind so spät nicht mehr nehmen!“, gehören in den Bereich der Märchen verbannt. Ich empfinde das als ein Machtspiel, das sich eine Kita nur aufgrund des Kitamangels leisten kann.  Auch das musste mal raus.

Liebe Eltern, Sie sehen, es gibt überall Vor- und Nachteile, selten ist alles so, wie man es sich erträumt – wie sollte das auch möglich sein, wenn die Gelder hinten und vorne nicht reichen, es zu wenig Erzieherinnen und Erzieher gibt und zehn Eltern zehn unterschiedliche Ideen von dem richtigen Umgang mit ihrem Augenstern haben? Also, bitte, bitte: Den Humor nicht vergessen.

Aber vielleicht gehören Sie auch zu den ganz armen Eltern, die irgendwo wohnen, wo wirklich Kitanot herrscht und Sie froh sind, wenn Sie überhaupt IRGENDWO einen Platz bekommen. Dann werden Sie denken: Na, die Frau hat ja Sorgen?! Aber immerhin  müssen Sie ja bald in Berlin nichts mehr für die Kita zahlen, wenn die Pläne so durchgehen. Ob das eine kluge politische Entscheidung ist und uns den Einsatz der Erzieher schätzen lehrt, mag dahingestellt sein.

Vorfahrt dem Zähneputzen!!!

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Selbstverständlich denken Eltern, dass gerade ihr Anliegen Vorfahrt hat.  Ich bin da nicht anders! Mein wichtigstes Anliegen ist aktuell, dass in jeder Kita ab dem ersten Zahn mittags die Zähne geputzt werden, womit ich gerade in der Kita meines Jüngsten trotz Verstärkung durch den zahnärztlichen Dienst unseres Bezirkes auf Granit beiße. Mir ist es schier unverständlich, warum es Erziehern nicht möglich sein soll, Kindern nach dem Essen die Zähne zu putzen. Es müssen ja nicht immer alle Kinder sein und nicht jeder Zahn, aber mal so ein bisschen? Man könnte meinetwegen auch im Krippenbereich die Allerkleinsten außen vor lassen und nur die Kinder ab zwei Jahren einbeziehen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Ablauf zu gestalten.  Ich hatte bisher bei dieser Thematik das Gefühl, ich rede gegen eine Wand. Vielleicht spielt eine Rolle, dass die Erzieher denken, wir Eltern würden wieder 100 Prozent erwarten, dabei dürfte es verständigen Eltern doch klar sein, dass kleine Kinder auch schon mal den Mund zukneifen, weinen, die Zahnbürste im Ausguss versenken oder verstecken. All diese Dinge müssen auch mit einer Portion Humor geschehen, und diesen vermisse ich häufig sehr.

Strahlen wir Eltern einfach so eine Unerbittlichkeit aus? Wir sind aber auch eine schwierige Klientel: Während ich einen Feldzug für das Zähneputzen im Krippenbereich startete, erhielt ich deutliche Nachrichten von Eltern, die das nicht erforderlich finden oder sogar ablehnen. Die Bürsten könnten vertauscht werden. Dies würde die Verbreitung von streptoccocus mutans (Wikipedia: Leitorganismus der Zahnkaries, also böse!) befördern. Ich erwiderte, dass sich die Viecher doch auch über den üblichen Schnullertausch, das Besabbern von Spielzeug, das gegenseitige Anspucken und andere Kleinkind typische Verhaltensweisen übertragen können, wurde damit aber nicht gehört.  Unser Kinderzahnarzt kann über solche Sorgen nur milde lächeln: „Dann müssen die Eltern ihre Kinder zuhause in Watte packen!“ Er sieht keine zusätzlichen Gefahren beim Zähneputzen in der Kita und erzählt, dass es in Berlin Mode zu werden scheint, dass Erzieher das Putzen nach dem Mittagessen auslassen. Er sagt auch, dass die Angst, zweijährige Kinder könnten sich vergiften, wenn sie zu viel Fluorid aufnehmen bei dreimaligem Zähneputzen unbegründet sei. Zudem könne man ja auch sehr gut ohne Zahnpasta putzen. Eben.

Aus einer Kita in Treptow erzählte mir eine Erzieherin, dass zwei Eltern verlangen, dass die Kinder nur eigene Zahnpasten verwenden, damit bloß das eigene Bürstchen nicht mit einer Zahnpasta in Berührung kommt, die schon Kontakt zu anderen Bürsten hatte. Die Keime, die Keime!!

Es bleibt bei uns leider dabei: Um 1630 Uhr hat mein Kind bereits drei Mahlzeiten in der Kita zu sich genommen, und das letzte Zähneputzen ist 8,5 Stunden her. Viel Zeit für eklige Zahnbeläge. Sie sehen, für mich hat mein Thema Vorfahrt!

 

Wir warten...

Keine Blume von Leonard

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Als mein großer Sohn, nennen wir ihn Leonard, knapp zwei Jahre alt war, wechselte er auf Bitten der Kitaleitung, aber mit unserem vollen Einverständnis, in die mittlere Gruppe der 3-4 Jährigen. Dies hing damit zusammen, dass es mehr jüngere als ältere Kinder zu diesem Zeitpunkt in der Kita gab. Uns wurde es allerdings angepriesen mit der Erklärung, unser Kind sei besonders weit. Das hört man ja immer gern. So war Leonard also der kleinste Pupser unter 16 Pupsern und wurde von seiner Erzieherin Hanna besonders aufmerksam behandelt.

Eines Morgens kam ich in die Kita und Hanna sprach mich mit ernster Miene an: „Leonard malt keine Sonnenblume.“ Ich hatte es eilig, verstand nur die Hälfte und antwortete wahrscheinlich: „Ja, ja.“  Danach vergaß ich die Angelegenheit. Einige Tage später sprach mich Leonards Erzieherin wieder an: „Leonard hat immer noch keine Sonnenblume gemalt!“ Ich muss schon etwas verdutzt geguckt haben und sagte dieses Mal vielleicht: „Ach ja?“ Abends sprach ich meinen Mann an: „Schatz, müssen wir uns Gedanken machen? Leonard malt keine Sonnenblume. Ist das jetzt schlimm?“ Mein Mann guckte irritiert und verwies auf die drei großen Kinder, die ganz ohne Sonnenblumenzwang groß geworden waren. Ich war kurz davor, das Thema zu googeln, beruhigte mich dann aber damit, dass Zweijährige ja nun wirklich weder Sonnenblumen malen können, noch müssen.

Am nächsten Tag kam die Erzieherin erneut auf mich zu: „Es ist nichts zu machen. Leonard hat keine Sonnenblume!“ Da müssen mir wohl die Gesichtszüge entglitten sein, denn plötzlich fühlte ich mich schuldig. Hatte ich in der Erziehung völlig versagt?  „Ist das jetzt schlimm..?“, fragte ich. Hanna schaute mich streng an: „Also, Frau Mozer, in diesem Alter kann das schon mal vorkommen. Das ist nicht schlimm, das ist sogar normal. Er will einfach nicht.“ Daraufhin sagte ich erleichtert: „Na, dann ist doch alles gut.“ Nun  sah Hanna verdutzt aus und fragte: „ Es stört Sie also nicht?“ „Nein, gar nicht“, versicherte ich. Daraufhin nahm mich die Erzieherin zur Seite und flüsterte: „Ich bin so froh, dass Sie das sagen! Manche Eltern fragen mich, warum bei ihrem Kind keine Sonnenblume in der Bastelmappe liegt.“ Jetzt hatte ich verstanden. Es ging nicht um mein Kind, es ging um uns, die Eltern!

Unsere wunderbare Erzieherin machte sich tatsächlich Gedanken darüber, ob wir sauer auf die Kita sein könnten, weil unser Kind keine Sonnenblume malt. Darauf muss man erst mal kommen. Einige Monate später erlebte ich mit derselben Erzieherin die Situation, dass ich als einzige Mutter meinem Kind keine Mütze mitgegeben hatte. Wieder sprach mich Hanna streng an. Ich antwortete: „Eine Mütze gibt es bei uns, wenn es kalt ist. So ab 0 Grad oder bei Sturm.“ Hannas Gesicht hellte sich auf: „Da bin ich aber froh, dass ich einem Kind weniger eine Mütze aufsetzen muss!“

Im Laufe der Kitajahre merkte ich, dass es Eltern gibt, die alles Mögliche verlangen und alles Mögliche bestimmen möchten:

  • Natürlich muss das Kleinkind im Kindergarten einen Helm tragen, auch, wenn es sein Laufrad nur durch den Garten schiebt!
  • Die Apfelschnitzchen dürfen nicht breiter als einen Zentimeter sein, sonst verschluckt sich Emmi!
  • Salami könnte meinem einjährigen Kind nicht bekommen!
  • Warum lassen die Erzieher zu, dass einjährige Kinder mit echtem Besteck in ihrer Kinderecke spielen?
  • Könnte es statt Bulgur nicht mal wieder Couscous geben?
  • Caspar braucht mittags Popocreme!
  • Till  möchte nur Pampers!
  • Warum hat Helene Sophies Schal an!
  • Ina muss Mittagschlaf machen, aber Jasper soll geweckt werden!
  • Johanna braucht drei Kuscheltiere und zwei Schnuffeltüchter!
  • Merten darf kein Schwein!
  • Wenn Lukas sich den falschen Schnuller in den Mund steckt, ist die Hölle los!

Da passt es dann ganz gut, dass einige Erzieher einstimmig sagen: „Das Problem sind nicht die Kinder, das Problem sind die Eltern!“ So schreibt mir Erzieherin Nadja aus Schöneberg:

„Mein Beruf macht mir großen Spaß. Aber die Eltern werden immer schwieriger. Am wenigsten Spaß macht dann die Arbeit mit den Eltern, die immer mehr von einem verlangen, dabei aber ihre eigenen Kinder und deren Bedürfnisse außer Acht lassen.“