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Tag Archives: Neid

Neid statt coming out

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Dichter wollt ich werden. Immer. Den Kopf voller Gedanken, lustigen, quälenden, enthauptenden, sich behauptenden. Ein fast fertiges Buch in der Tasche. Eine Lektorin, die sagte, es müsse vor dem 25. Geburstag fertig sein.  Zu viel Scham, zu viel Erlebtes. Dann kam Stuckrad-Barre. Soloalbum. Ich kann das doch auch! Neid, Neid oh, Neid! Aber ich konnte nicht, es fehlte der Mut. Jetzt kommt Stucki wieder, und ich bin immer noch nicht gekommen. Ein Autor schrieb mal, man muss mit seinen Mitmenschen und seiner Familie brechen, um entspannt schreiben zu können, was man möchte. Mein Bruder sagt, er muss sich bei fast jedem Roman fremdschämen für die sich entblößenden Figuren. Mir geht es anders. Ich danke den Figuren, dass sie genauso schwach sind, kämpfen, lachen und sterben wie ich. Werde ich noch mein coming out haben? Bis dahin blicke ich neidisch.

Milchneid

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Leonard (4) oben auf der Treppe. Unten in der Küche Mutter mit Baby Julian. Fläschchen geben. Von oben: „Mama, ich will jetzt eine warme Milch!“ Von unten zurück: „Da musst Du kurz warten, ich gebe Deinem Bruder gerade die Flasche!“ Ausgesprochen wütend von oben: „Mir reicht das jetzt mit dem Baby! Der kann sich seine Milch endlich selbst machen!“