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Tag Archives: Schule

Latein und Altgriechisch – ich glaubt es hackt!

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Welche weiterführende Schule für mein Kind? Ich plädiere im Grunde für „so normal wie möglich“, bloß keine Privatschule. Warum nicht? Erstens bin ich gegen Reichen-Gettogether, zweitens finde ich, dass der deutsche Staat für vernünftige Schulen sorgen muss und zu guter Letzt sind – zumindest in Berlin – die meisten Privatschulen katastrophal.

Das geht damit los, dass sie eher ein Problemklientel anziehen, nämlich Kinder wohlhabender Leute, die durchs Abitur geschleust werden sollen, obwohl sie vielleicht gar nicht besonders klug sind. Das war schon vor 30 Jahren so und hat sich nicht geändert. Dann viele schwierige Kinder, was immer das heißt, die in der staatlichen Schule Probleme haben. Und zu guter Letzt werden die Lehrer schlechter bezahlt als auf den staatlichen Schulen, so dass die besseren auch eher an staatlichen Schulen unterrichten (gilt ja schon bei den Kitas). Allerdings bieten private Schulen oft eine bilingulale Ausbildung an, was ich sehr erstrebenswert finde.

Und jetzt bin ich beim Thema:

Wenn ich in Berlin mein Kind ab der fünften Klasse auf ein Gymnasium geben möchte, das nicht allzu weit entfernt ist, wird es mit Latein UND Altgriechisch zugeballert. Wie altmodisch und gestrig ist das denn? Verstaubtes Bildungsbürgertum! Ich fand schon Latein furchtbar, da man sich nicht unterhalten konnte. Ich gebe zu, dass mir Latein hilft, Französisch, Spanisch und andere romanische Sprachen leicht erschließen zu können. Was mir aber wirklich fehlt im Leben, sind Bilingualität und weitere „lebendige“ Sprachen – absehen von Englisch, etwas Spanisch und Schulfranzösisch.

Ich verstehe nicht, dass wir im Jahr 2018 leben und staatliche Schulen kein Englisch ab der ersten Klasse anbieten, dass bilinguale staatliche Schulen in Berlin der Einzelfall sind und dass grundständige Gymnasien Altgriechisch hochhalten.

Werden wir mal ein bisschen modern?

Ab wann darf es denn ein bisschen Metoo sein?

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Verdammte Hacke, es wird Zeit. Sich zu positionieren. Jetzt, wo Metoo endlich nachlässt. Gut, dass es einige echte Dreckschweine erwischt hat. Traurig, dass wir bald amerikanische Verhältnisse haben – ich möchte flirten und finde es schade, dass es nicht mehr täglich  stattfindet, sondern alle Jubeljahre mal. Bin halt Mutter, bin halt alt. Und wir haben ja alle vom okcupid Gründer und seinen wunderbaren Statistiken gelernt: Männer mögen Frauen am liebsten, die 23 sind. Tja, ich mag Männer am liebsten, die zwischen 30 und 45 sind. Ist so.

Metoo ist schwierig, wenn Männer gedisst werden. Metoo ist richtig, wenn es um Grenzüberschreitungen geht. Erst recht, wenn es es um Gewalt geht.  Die Grenzen des guten Geschmacks sind für einige schnell überschritten, da gibt es schon ein bisschen Metoo – Gejammere, das ich übertrieben finde.

Wie war das bei mir?

Bereits in der Schule gab es nicht einen, sondern drei meiner Lehrer, die Flirten mit Schülerinnen zum Hauptfach machten. Das fand ich amüsant – Grenze nicht berührt.  Mein Mathelehrer – und ich war grottig in Mathe – hat sich auf der Skifahrt immer meinen Labello geliehen. Achja. Lustig irgendwie.

Scheiße fand ich einen heute sehr erfolgreichen Mitschüler, der mir an die Brüste gefasst hat und „Dicke Titten!“ gegrölt hat- Noch beschissener einen Studenten (heute sehr erfolgreicher Anwalt mit großer Familie), der mir erklärt hat: „Frauen meinen „ja“, wenn sie „nein“ sagen“ (und ich blöde Kuh hab mitgemacht). Ekelhaft ein Belästiger bei den Pfadfindern, der sich ins Zelt gepirscht hat (wollte wohl den Pfad zu mir finden und war dabei recht grob).

Und ja, auf einem Richtfest, wo ich kellnerte, eine sabbernde Grenzüberschreitung in Form eines Besoffenen, der mir in die Umkleide folgte. Nichts wie weg bei einem Ausritt mit 16 in der Provence, auf dem der Reitlehrer versuchte, mich vom Pferd zu ziehen.  Meine Bekannten dort trösteten mich mit Nutella. Da gab es den  Mann, der mich gewürgt hat, weil ich „dann doch nicht wollte“. Nein, kein Fremder, sondern der Partner. Angegrabscht von einem eBay- Mitarbeiter im Fahrstuhl. O-Ton: „Du hast aber eine schöne Bluse an heute!“ GRABSCH.

Meine Mutter erwähnte, als ich ein Kind war, dass Männer das halt manchmal machen. Sei halt so. Nein, muss nicht so sein! Wehrt Euch, wenn EURE Grenzen überschritten werden und zwar rechtzeitig – gilt natürlich auch für Jungs!

Ein Freund reagierte neulich ganz verwirrt, als ich ihm erzählte, dass die Männer, die sexuell eher dominant und selbstsicher sind, Grenzen sehr gut erkennen und einhalten können. Es sind die Schlappschwänze, die das nicht können. Männer mit Erfahrung und genug Lust im Leben haben das nicht nötig.

 

 

 

 

 

 

Der E-Mail-Verteiler

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Mein Freund  Pièrre erzählt:

Ich habe mit meiner Lebenspartnerin drei Kinder, von denen alle nun in die Schule gehen. Ich arbeite selbstständig als Programmierer und meine Arbeitstage haben in der Regel zehn Stunden. Für die Korrespondenz mit der Kita war ich immer zuständig, da meine ebenfalls berufstätige Partnerin sich standhaft und wohl auch zu recht weigert, all die Mails zu lesen. Ich kann mir immer wieder nur an den Kopf fassen, wenn ich an all die Mails denke, die wir zu Kitazeiten bekommen haben. Leider muss ich zugeben, dass es dann mit der Schule noch schlimmer wurde. Nun kamen sogar whatsapp-Gruppen hinzu.

Ich schätze es sehr, dass grundsätzlich alle Eltern zustimmen, dass ihre Adressen – auch die E-Mail-Adressen –bekannt gegeben werden. Auch finde ich es gut, dass es einen Kitaverteiler gibt.

Nun ist es aber so, dass wir drei Kinder haben, die zeitweise in verschiedenen Einrichtungen untergebracht waren. Dort gab es dann jeweils Elternvertreter, die Anfragen von Eltern eigentlich bündeln und klären sollen. Was aber geschieht?

Man erhält pro Woche bis zu zwanzig E-Mails zu völlig belanglosen Themen, über die sich Eltern, die wohl zu viel Zeit haben, austauschen. Das beginnt damit, dass die Elternvertreterin aus der Gruppe meiner Tochter fragt, ob man nicht der Erzieherin ein  Geschenk machen möchte. Statt nun nur der Elternvertreterin zu antworten, antworten überschwängliche Eltern an den ganzen Verteiler: „Ja, wir sind dabei!“, „Ok, total super, ich schlage vor, Du kaufst…..“, „Nein, das finde ich zu kommerziell! Ich finde, die Kinder sollen etwas basteln!“ Daraufhin entspinnt sich ein nicht enden wollender Dialog zu dem Thema, ob ein gekauftes Geschenk besser als ein gebasteltes ist oder umgekehrt. Die Elternvertreterin wendet ein: „Aber die Katharina ist doch gerade erst umgezogen, da kann sie doch einen Kochtopf gebrauchen!“ Ich sitze derweil bei einem Kunden, der von jetzt auf gleich möchte, dass sein Netzwerk wieder funktioniert. Darüber korrespondiere ich per Mail mit einem Kollegen.

Ständig blinkt mein Smartphone und mit Krawumm kommt eine neue Kitamail hinein: „Wir haben Katharina doch erst zu Ostern etwas geschenkt! Warum muss das jetzt wieder sein?“ Fünf aufgeregte Frauen (ja, es sind meist die Frauen!) antworten gleich, drei später.

Herrgott, habt Ihr alle nichts zu tun?! Damit mich niemand missversteht: Ich habe gar nichts dagegen, etwas zu verschenken und hierfür ein paar Euro abzugeben. Aber es muss doch möglich sein, die Entscheidung über das Wie und Was von einer Person treffen zu lassen, ohne dass zig aufgeregte Hühner so tun, als sei das Ganze ein Staatsakt? Zwei Tage später kommt die E-Mail rein, dass Klein-Boris sein nagelneues Fußballtrikot (Bayern) in der Kita verloren (?) hat. Mehrere Mütter fühlen sich bemüßigt, an den Verteiler zu schreiben, dass ihnen das für Klein-Boris sehr leid tut. Drei schreiben, dass das Hemd nicht bei ihnen sei. Ich bin genervt und schreibe, dass Bayern eh ein Mistverein ist. Daraufhin schreibt die Mutter von Klein-Fritz, dass ich unmöglich sei und den Schmerz von Klein-Boris und seiner Familie bitte etwas ernster nehmen sollte. Ich kapituliere.

Munter geht es weiter über das Jahr verteilt mit Spendenaufrufen für Kitaerzieher, Abschiedsgeschenkauswahlplanungen, der Diskussion darüber, ob Dinkel als Reisersatz schon für Kleinkinder geeignet ist oder zu Blähungen führt, dem Aufruf an einem Trödelbasar teilzunehmen, Aufrufen zu wärmerer/leichterer Kleidung je nach Jahreszeit, den hysterischen Mails einiger Mamas, doch kranke Kinder bitte zuhause zu lassen, den Antworten voll berufstätiger Mütter, dass ihr Kind doch nur einen Schnupfen hat, der Erklärung von Klein-Hannas-Mama, dass sie sich gerade trennt und man doch bitte den Vater von Klein-Hanna nicht erwähnen möge, und, und, und.

Wie ging das nur früher? So ohne Mail und Smartphone?

Morgengrauen

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Was will der Morgen von mir? Diese Frage stelle ich mir seit  25 Jahren, wenn ich früh aufstehen muss. Ich bin eine bekennende Nachteule. Eine vehemente Hasserin des Frühaufstehens. Meine Eltern betrachteten es als Errungenschaft disziplinierter Menschen, auch am Wochenende um 7 Uhr aus dem Bett zu springen. Dürfte meine biologische Uhr bestimmen, bräuchte ich exakt sieben Stunden Schlaf,  von 2 Uhr morgens bis 9 Uhr. Dann funkioniere ich wie am Schnürchen. Ich bewundere meine Kinder, die schon plappern, bevor sie überhaupt aufgestanden sind. Warum beginnt die Schule um 8 Uhr? Es ist doch wissenschaftlich bewiesen, dass es viele Eulen gibt. Warum müssen sich Millionen  Deutsche, die nicht Nachtschicht im Krankenhaus haben oder zufällig als Lerche geboren wurden, morgens aus dem Bett quälen und sich wundern, was dieser verdammte Morgen von ihnen will? Da hilft auch kein Kaffee.

 

Note to self: Ein Kaffee macht noch keine Lerche.