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Vorfahrt dem Zähneputzen!!!

Vorfahrt dem Zähneputzen!!!

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Selbstverständlich denken Eltern, dass gerade ihr Anliegen Vorfahrt hat.  Ich bin da nicht anders! Mein wichtigstes Anliegen ist aktuell, dass in jeder Kita ab dem ersten Zahn mittags die Zähne geputzt werden, womit ich gerade in der Kita meines Jüngsten trotz Verstärkung durch den zahnärztlichen Dienst unseres Bezirkes auf Granit beiße. Mir ist es schier unverständlich, warum es Erziehern nicht möglich sein soll, Kindern nach dem Essen die Zähne zu putzen. Es müssen ja nicht immer alle Kinder sein und nicht jeder Zahn, aber mal so ein bisschen? Man könnte meinetwegen auch im Krippenbereich die Allerkleinsten außen vor lassen und nur die Kinder ab zwei Jahren einbeziehen. Es gibt viele Möglichkeiten, den Ablauf zu gestalten.  Ich hatte bisher bei dieser Thematik das Gefühl, ich rede gegen eine Wand. Vielleicht spielt eine Rolle, dass die Erzieher denken, wir Eltern würden wieder 100 Prozent erwarten, dabei dürfte es verständigen Eltern doch klar sein, dass kleine Kinder auch schon mal den Mund zukneifen, weinen, die Zahnbürste im Ausguss versenken oder verstecken. All diese Dinge müssen auch mit einer Portion Humor geschehen, und diesen vermisse ich häufig sehr.

Strahlen wir Eltern einfach so eine Unerbittlichkeit aus? Wir sind aber auch eine schwierige Klientel: Während ich einen Feldzug für das Zähneputzen im Krippenbereich startete, erhielt ich deutliche Nachrichten von Eltern, die das nicht erforderlich finden oder sogar ablehnen. Die Bürsten könnten vertauscht werden. Dies würde die Verbreitung von streptoccocus mutans (Wikipedia: Leitorganismus der Zahnkaries, also böse!) befördern. Ich erwiderte, dass sich die Viecher doch auch über den üblichen Schnullertausch, das Besabbern von Spielzeug, das gegenseitige Anspucken und andere Kleinkind typische Verhaltensweisen übertragen können, wurde damit aber nicht gehört.  Unser Kinderzahnarzt kann über solche Sorgen nur milde lächeln: „Dann müssen die Eltern ihre Kinder zuhause in Watte packen!“ Er sieht keine zusätzlichen Gefahren beim Zähneputzen in der Kita und erzählt, dass es in Berlin Mode zu werden scheint, dass Erzieher das Putzen nach dem Mittagessen auslassen. Er sagt auch, dass die Angst, zweijährige Kinder könnten sich vergiften, wenn sie zu viel Fluorid aufnehmen bei dreimaligem Zähneputzen unbegründet sei. Zudem könne man ja auch sehr gut ohne Zahnpasta putzen. Eben.

Aus einer Kita in Treptow erzählte mir eine Erzieherin, dass zwei Eltern verlangen, dass die Kinder nur eigene Zahnpasten verwenden, damit bloß das eigene Bürstchen nicht mit einer Zahnpasta in Berührung kommt, die schon Kontakt zu anderen Bürsten hatte. Die Keime, die Keime!!

Es bleibt bei uns leider dabei: Um 1630 Uhr hat mein Kind bereits drei Mahlzeiten in der Kita zu sich genommen, und das letzte Zähneputzen ist 8,5 Stunden her. Viel Zeit für eklige Zahnbeläge. Sie sehen, für mich hat mein Thema Vorfahrt!

 

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